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Wander- und Pilgerwege durchs Recknitztal

Neben der "Tour der Steine" und anderen Wanderwegen führt auch die Via Baltica als Teil des Jakobswegs durch unsere Region

Wandern in der Grünen Stadt Marlow - das steht für Natur & Besinnlichkeit. Insbesondere der Marlower Stadtwald bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten auf gekennzeichneten Waldwegen zum Ilsetal, zum Waldstadion oder zum Schimmelbrunnen zu wandern. Die Sage berichtet zu Letzterem, wer in der Nacht zur Sommersonnenwende einer Jungfrau beim Wasserholen am Schimmelbrunnen Gesellschaft leistet, kann mit einem Kuss das verwunschene Schloss befreien. Die Routen empfehlen sich bis zum Tagesausflug und sind für Wanderer und Nordic Walker zugleich geeignet. Das Terrain ist zum Teil recht hügelig, Marlow wird nicht umsonst als "Klein Thüringen" bezeichnet.

Aber nicht nur in Marlow, das gesamte Recknitztal bietet eine Vielzahl an lohnenswerten Ausflugszielen und wunderschönen Wanderwegen. Naturbeobachtungen individuell oder auf geführten Touren, Geschichtliches entdecken - Sie werden aus dem Staunen nicht herauskommen!

Die Hauptader der norddeutschen Wege der Jakobspilger, die Via Baltica, führt über mehr als 750 km von der Insel Usedom nach Osnabrück und verbindet sowohl die skandinavischen Länder als auch Polen  und Litauen mit den weiteren Wegen nach Santiago de Compostela in Spanien. Bis Rostock führt der Pilgerweg zudem den Namen der Region, den er durchquert: "Pommerscher Jakobsweg". Von Usedom kommend führt der norddeutsche Jakobsweg über Greifswald, Rostock und Wismar durch Mecklenburg-Vorpommern. Die Etappen, die die Vogelparkregion Recknitztal berühren, sind von Zarrentin über Tribsees nach Bad Sülze (20 km) und von dort nach Sanitz (24 km). Dem aufmerksamen Wanderer werden die blauen Schilder mit der gelben Jakobsmuschel am Wegesrand nicht entgehen.

Via Baltica

Der baltisch-westfälische Jakobsweg
Via Baltica

Der Weg ist durchgehend durch Muscheln und gelbe Pfeile markiert. Zudem findet sich ein recht dichtes Netz spezieller Pilgerunterkünfte, die bei Vorlage des Pilgerausweises eine ebenso günstige wie einfache Übernachtung ermöglichen. Außerdem besteht selbstverständlich immer die Möglichkeit, zur Verkürzung der Etappen oder beim Wunsch nach etwas mehr Komfort auf kommerzielle Pensionen und Hotels zurückzugreifen.

Angebote für geführte und individuelle Wanderungen

in der Vogelparkregion Recknitztal

Empfehlungen für Wandertouren

Vielfalt entdecken auf Schusters Rappen

Zwischen Teufelssee und Slawenwall

Zwischen Teufelssee und Slawenwall

Route: Zur Lieper Burg (7,6 km)
Typ: Rundweg, Naturwanderung
Wegoberfläche: Wald- und Wiesenwege
max. Steigung: mittel

Im Nordosten von Tessin befindet sich im Ufergebiet der Recknitz das Naturschutzgebiet "Lieper Burg". Im hügeligen Gelände, zwischen Teufelssee und Burgsee, liegt der gut erhaltene Burgwallrest einer gewaltigen Slawenfestung. Die riesigen Wälle auf dem gut 20 Meter über der Recknitzniederung gelegenen Bergsporns zeugen von der Baukunst der Slawen. Der eigentliche Burgwall war von einem Grabensystem umgeben und wurde von einer Palisade aus angespitzten Eichenstämmen gekrönt. Die Wachen konnten vom Wehrgang weit ins Land blicken. Feinde hatten es schwer, die steilen Hänge unter dem Pfeilhagel der Verteidiger zu erklimmen. Ob die Lieper Burg jemals erobert wurde, ist unbekannt, eine gewaltsame Zerstörung nicht erkennbar.

Im Tal des Müllers

Im Tal des Müllers

Route: Wolfsberger Mühle (3,0 km)
Typ: Rundweg, Naturwanderung
Wegoberfläche: Wald- und Wiesenwege
max. Steigung: mittel

Im Nordwesten von Tessin liegt ein idyllisches Tal, mit welchem es Mutter Natur wohl besonders gut gemeint hat. Der von hohen Bäumen umgebene Talkessel ist ringsum geschlossen und bietet so einen natürlichen Windschutz. Durch den Talgrund rauscht ein Bach, gesäumt von Wald und Pferdeweiden. Dieses Tal ist die Heimat der Wolfsberger Mühle, schon seit einigen hundert Jahren.
Am 1. April 1635 wurde die Mühle zum ersten Mal in einem Brief erwähnt. Eine königliche Anweisung verlangte von den Bauern der Umgebung, ihr Korn nur noch hier mahlen zu lassen. Der damalige Besitzer, ein Hauptmann Blücher aus Gnoien, verpachtete die Wassermühle. Heute sind die alten Gebäude in Privatbesitz. Es ist, als wäre die Zeit hier in diesem wunderschönen Tal einfach stehengeblieben.

Am Rand des alten Schlachtfeldes

Am Rand des alten Schlachtfeldes

Route: Um Pantlitz (3,3 km)
Typ: Rundweg, Naturwanderung
Wegoberfläche: Wald- und Wiesenwege, Asphalt
max. Steigung: mittel (jedoch steil am Wallberg)

Südöstlich von Ribnitz-Damgarten liegt am Ufer der Recknitz bei Pantlitz der beeindruckende Doppelwall einer slawischen Grenzburg. Hier fand im Jahre 955 die Schlacht an der Raxa statt. Sachsenkönig Otto lag mit 7.000 Panzerreitern und 1.000 friesischen Fußkämpfern am westlichen Ufer und fand keinen Übergang über den reißenden Strom. Erst mit Hilfe ranischer Hilfskräfte konnten die Soldaten den Fluss überqueren, während Otto ein Ablenkungsmanöver durchführte. Am anderen Ufer warteten 8.000 obotritische Fußkämpfer und nur 1.000 leichte Reiter, angeführt von den Fürsten Stoignew und Nakon. Ein grausamer Kampf tobt über die Hänge am Recknitzufer. Am Ende unterliegen die Slawen den Angreifern und müssen fliehen.

Entlang historischer Grenzen

Entlang historischer Grenzen

Route: Ribnitzer See bei Damgarten (6,8 km)
Typ: Streckenweg (hin und zurück), Naturwanderung mit Stadtanteil
Wegoberfläche: Asphalt, Kopfsteinpflaster, Sand
max. Steigung: gering

Zwischen den heutigen Ortsteilen Ribnitz und Damgarten mündet die Recknitz in den Ribnitzer See. Hier führte in grauer Vorzeit der "Mecklenburger Pass", wohl erst eine Furt, dann später eine Holzbrücke über den Grenzfluss. Damals lag auf der westlichen Seite eine kleine Fischersiedlung an der sumpfigen Recknitzmündung. Ihr Name war Rybanis, was soviel wie "Ort der Fische" bedeutete. Um 1200 befahlen die Fürsten von Mecklenburg den Bau einer Grenzburg, welche den wichtigen Flussübergang schützen sollte. Am östlichen Ufer, auf pommerscher Seite bewachte ebenfalls eine Grenzburg den Übergang. Unter dem Rügenfürsten Jaromar II. wurde die Stadt Damgarten gegründet. Den Namen des Fürsten trug auch ein Wehrturm, welchen man auf pommerscher Seite auf einem Hügel im Schilf erbaute.

Auf den Spuren der Zisterzienser

Auf den Spuren der Zisterzienser

Route: Im Tribohmer Bachtal (5,9 km)
Typ: Rundweg, Naturwanderung
Wegoberfläche: Wald- und Wiesenwege
max. Steigung: mittel

Viele Wandertouren durch die besonders idyllische Natur liegen etwas abseits der heutigen Verkehrsadern und das ist auch gut so. Kann man doch die Seele prima ausspannen lassen, wenn der Verkehrslärm nicht zu hören ist und die Geräusche um einen herum aus natürlichen Quellen stammen. Das sanfte Rauschen der Blätter im Wind, das Plätschern eines kleinen Wasserlaufes, der mehrstimmige Chor der gefiederten Sänger, emsig umher summende Fliegentiere – solche Naturklänge bringen uns Ruhe und Erholung. Das uralte Tribohmer Bachtal bietet all das im Übermaß. In Tribohm selbst steht eine der ältesten Kirchen Pommerns. Wahrscheinlich um 1250 vollständig aus Feldsteinen erbaut, diente sie einst Zisterziensermönchen als Kapelle.

Im Land der Dorfkirchen

Im Land der Dorfkirchen

Route: Um Greesenhorst (22,0 km)
Typ: Rundweg, Naturwanderung oder Radtour
Wegoberfläche: Asphalt, Waldwege
max. Steigung: gering

Nachdem die alten Slawenvölker mit Feuer, Kreuz und Schwert besiegt waren, nahmen die neuen christlichen Besitzer auch das Gebiet zwischen Recknitz und Warnow in Besitz. Die erfolgreich kämpfenden Ritter wurden durch ihren König mit Land belehnt. Um das eroberte Land zu besiedeln, riefen sogenannte Lokatoren Bauern und Handwerker aus dem Westen zur Neubesiedlung auf. Mit ihnen kamen die Mönche. Um neue Dörfer und Felder anzulegen, wurde der Wald, welcher einst die Region bedeckte, gerodet. Noch heute erkennt man diese Dörfer an deren Namensende „-hagen“. Kleine Kirchen schossen wie Pilze aus dem Boden. Diese ausgedehnte Wanderung führt durch alte Rodungsdörfer, vorbei an beeindruckenden Kirchen in einer ehemals stark umkämpften Region.